Schweiz

Säule 3a für Selbständige: Maximalbetrag & Steuertipps 2026

Selbständige können 2026 bis CHF 36'288 in die Säule 3a einzahlen. BVG vs. 3a, Steuervorteile & Strategieoptionen im Überblick.

6 Min.
Definition

Säule 3a für Selbständige

Selbständigerwerbende ohne Pensionskasse können bis zu 20% ihres Nettoerwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen - maximal CHF 36'288 pro Jahr (2026). Dies entspricht dem 5-fachen des Maximalbetrags für Angestellte und bietet enorme Steuervorteile.

Kurz erklärt

Maximalbetrag 2026
CHF 36'288 (ohne PK) oder CHF 7'258 (mit PK)
Berechnung
20% des Nettoerwerbseinkommens, max. CHF 36'288
Voraussetzung
Selbständig ohne Anschluss an Pensionskasse (2. Säule)
Steuerersparnis
Bis CHF 12'000/Jahr bei Maximalbetrag
Alternative
Freiwilliger BVG-Anschluss (oft günstiger versichert)

Warum die 3a für Selbständige besonders wichtig ist

Ohne Arbeitgeber haben Sie keine automatische Vorsorge:

Kein Arbeitgeber zahlt in Ihre Pensionskasse ein
Vorsorgelücke kann schnell CHF 500'000+ betragen
Steuerersparnis bis CHF 12'000/Jahr möglich

Steuerersparnis bei Maximalbetrag

Selbständiger, CHF 150'000 Nettoeinkommen, 30% Grenzsteuersatz:

Maximale Einzahlung CHF 30'000 (20% von CHF 150'000)
Steuerersparnis/Jahr CHF 9'000
Über 20 Jahre CHF 180'000 Steuern gespart!

Wie hoch ist der Maximalbetrag?

Berechnung für Selbständige ohne PK

Der Maximalbetrag hängt von Ihrem Einkommen ab:

Formel
20% des Nettoerwerbseinkommens
Obergrenze 2026
CHF 36'288 (absolutes Maximum)
Untergrenze
Keine - auch kleine Beträge sind möglich
Nettoerwerbseinkommen
Umsatz minus Geschäftskosten minus AHV-Beiträge

Beispiele für verschiedene Einkommen

So berechnen Sie Ihren persönlichen Maximalbetrag:

CHF 80'000 Netto
Max. CHF 16'000 (20%)
CHF 120'000 Netto
Max. CHF 24'000 (20%)
CHF 180'000 Netto
Max. CHF 36'000 (20%)
CHF 200'000+ Netto
Max. CHF 36'288 (Obergrenze)

BVG vs. Säule 3a - was ist besser?

Option 1: Nur Säule 3a (ohne PK)

Vorteile der reinen 3a-Lösung:

Maximale Einzahlung
Bis CHF 36'288/Jahr
Volle Kontrolle
Sie wählen Anbieter und Anlagestrategie
Keine Mindestleistungen
Kein Zwang zu Hinterlassenenleistungen
Flexibilität
Einzahlung je nach Geschäftslage

Option 2: Freiwilliger BVG-Anschluss

Wann ein BVG-Anschluss sinnvoll sein kann:

Risikoversicherung
Invaliditäts- und Todesfallschutz inklusive
Höhere Einzahlungen möglich
BVG-Beiträge PLUS CHF 7'258 Säule 3a
Steuerlich absetzbar
Beide Beiträge sind abzugsfähig
Nachteil
Weniger Flexibilität bei Anlage

Empfehlung

Die beste Strategie hängt von Ihrer Situation ab:

Junger Selbständiger
Nur 3a - Risiko selbst versichern (günstiger)
Familie mit Kindern
BVG für Risikoschutz + 3a
Kurz vor Pension
3a maximieren für Steueroptimierung
Schwankendes Einkommen
3a - flexibler bei Einzahlungen

Steueroptimierung für Selbständige

Staffelung der Bezüge

Planen Sie schon heute für den Bezug:

Mehrere 3a-Konten
Bis zu 5 Konten für gestaffelte Bezüge
Über mehrere Jahre beziehen
Progressionseffekt nutzen
Kantonal optimieren
Bezug im steuergünstigen Kanton
Timing beachten
Bezug in einkommensschwachen Jahren

Einkauf in Vorjahre

Verpasste Jahre nachholen (ab 2025):

Neue Regelung
Ab 2025 können verpasste Beitragsjahre nachgeholt werden
Gültig für
Jahre ab 2025 (nicht rückwirkend für Jahre vor 2025)
Voraussetzung
AHV-pflichtiges Einkommen im jeweiligen Jahr
Limite
Ein verpasstes Jahr pro Jahr zusätzlich zum normalen Maximalbetrag

BVG-Anschluss vs. Nur Säule 3a

Nur Säule 3a (ohne PK)

Maximale Flexibilität und Kontrolle

Max. Einzahlung/Jahr
CHF 36'288
Risikoschutz
Separat versichern (Privat-IV, Todesfallrisiko)
Anlagefreiheit
Volle Kontrolle über Strategie
Flexibilität
Einzahlung variabel nach Geschäftslage
Kosten
Nur TER des gewählten Fonds
Beispiel
Für: Junge Selbständige, Risikofreudige, variable Einkommen

BVG + Säule 3a

Umfassender Schutz mit Risikoleistungen

Max. Einzahlung/Jahr
BVG-Beiträge + CHF 7'258
Risikoschutz
IV-Rente, Hinterlassenenrente inklusive
Anlagefreiheit
Begrenzt (PK bestimmt Strategie)
Flexibilität
BVG-Beiträge fix, 3a flexibel
Kosten
PK-Verwaltungskosten + 3a-TER
Beispiel
Für: Familien, Risikoaverse, stabiles Einkommen

Faustregel

Die Wahl hängt von Ihrer Lebenssituation ab:

  • Alleinstehend ohne Kinder: Oft reicht 3a + günstige Risikoversicherung
  • Familie: BVG-Anschluss für automatischen Hinterbliebenenschutz sinnvoll
  • Hohes Einkommen: BVG + 3a kombinieren für maximale Steuerersparnis

Steuerersparnis nach Einkommen (30% Grenzsteuersatz)

Beispiele für Selbständige ohne PK-Anschluss:

Nettoeinkommen Max. 3a-Einzahlung Steuerersparnis/Jahr
CHF 60'000 CHF 12'000 CHF 3'600
CHF 100'000 CHF 20'000 CHF 6'000
CHF 150'000 CHF 30'000 CHF 9'000
CHF 200'000+ CHF 36'288 CHF 10'886

Die Steuerersparnis ist der wichtigste Grund für 3a-Einzahlungen!

Häufige Fehler von Selbständigen

1

Nur CHF 7'258 einzahlen (wie Angestellte)

Bis CHF 29'000 Einzahlungspotenzial verschenkt

Besser

Als Selbständiger ohne PK: Bis CHF 36'288 möglich!

2

Risikoschutz vergessen

Bei Invalidität oder Tod: Familie ungenügend abgesichert

Besser

Entweder BVG-Anschluss oder private Risikoversicherung

3

Nur ein 3a-Konto führen

Bei Bezug alles auf einmal versteuern = hohe Steuerprogression

Besser

3-5 Konten für gestaffelten Bezug eröffnen

4

Einzahlung in schlechten Jahren auslassen

Steuerersparnis und Zinseszins-Effekt verpasst

Besser

Auch in schwachen Jahren mindestens kleine Beträge einzahlen

5

Teuren Anbieter wählen

1% TER-Unterschied = CHF 80'000 weniger über 30 Jahre

Besser

Passive Fonds mit TER < 0.5% wählen

Checkliste: 3a für Selbständige

AHV-Einkommen ermitteln

Basis für 20%-Berechnung

Mit oder ohne BVG entscheiden

Risikoschutz vs. Flexibilität abwägen

Maximalbetrag berechnen

20% des Nettoeinkommens, max. CHF 36'288

Günstigen Anbieter wählen

TER < 0.5% anstreben

Mehrere Konten eröffnen

Für spätere Staffelbezüge (3-5 Konten)

Risiko separat versichern

Falls ohne BVG: Erwerbsunfähigkeit, Todesfall

Einzahlung bis 31.12. tätigen

Steuerabzug gilt für aktuelles Jahr

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Häufige Fragen