Grundlagen

Diversifikation: Risiko streuen ohne Renditeverlust

Diversifikation = Nicht alle Eier in einen Korb. Global streuen über Regionen & Branchen. Ein MSCI World reicht oft.

4 Min.
Definition

Diversifikation

Diversifikation bedeutet, Ihr Vorsorgevermögen breit zu streuen - über verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen), Regionen (Schweiz, USA, Europa, Asien) und Branchen. Ziel: Verluste in einem Bereich werden durch Gewinne in anderen ausgeglichen.

Kurz erklärt

Prinzip
Nicht alle Eier in einen Korb legen
Ebenen
Anlageklassen, Regionen, Branchen, Einzeltitel
Vorteil
Risiko senken ohne Renditeverlust
Beispiel
Schweiz-Crash? Rest der Welt stabilisiert Portfolio
Faustregel
Mindestens 100 Einzeltitel, global gestreut

Warum Diversifikation entscheidend ist

Die 4 Ebenen der Diversifikation

Ebene 1: Anlageklassen-Diversifikation

Mix aus verschiedenen Anlageklassen:

Aktien (Wachstum)
Hohe Rendite, hohe Schwankung
Obligationen (Stabilität)
Niedrige Rendite, geringe Schwankung
Immobilien
Sachwert, mittleres Risiko (oft über REITs)
Gold/Rohstoffe
Inflationsschutz (selten in 3a)
Beispiel
60% Aktien + 40% Obligationen = ausgewogen

Ebene 2: Regionale Diversifikation

Nicht nur Schweiz - weltweit investieren:

Schweiz
10-30% (Heimatmarkt)
USA
40-50% (grösster Aktienmarkt)
Europa
15-25%
Asien/Emerging Markets
5-15%
Vorteil
Schweiz-Krise? USA/Asien stabilisieren

Ebene 3: Branchen-Diversifikation

Nicht nur eine Branche:

Technologie
Apple, Microsoft, NVIDIA
Gesundheit
Roche, Novartis, Pfizer
Finanzen
UBS, JP Morgan
Konsum
Nestlé, Coca-Cola
Industrie, Energie, etc.
Alle Sektoren abdecken

Ebene 4: Einzeltitel-Diversifikation

Viele Einzelaktien statt wenige:

Schlecht
10 Aktien → eine Pleite = -10%
Gut
100 Aktien → eine Pleite = -1%
Optimal
500-3'000 Aktien (Index-Fonds)
Faustregel
Je mehr Titel, desto besser gestreut

Diversifikation bei Vorsorgefonds

Typische Diversifikation nach Strategie

So diversifizieren gängige Strategien:

25% Aktien-Strategie
25% Aktien (global) + 75% Obligationen (CH/global)
50% Aktien-Strategie
50% Aktien (global) + 50% Obligationen
75% Aktien-Strategie
75% Aktien (global) + 25% Obligationen
100% Aktien-Strategie
100% Aktien (weltweit, 1'000+ Titel)

Passive Fonds: Automatisch gut diversifiziert

Indexfonds bieten breite Streuung:

MSCI World
1'500 Aktien aus 23 Ländern
FTSE All-World
3'700 Aktien aus 49 Ländern
S&P 500
500 grösste US-Unternehmen
Schweiz-Index (SPI)
200 Schweizer Aktien

Häufige Fehler bei der Diversifikation

1

Nur Schweizer Aktien

Warum problematisch

Schweiz = 3% der Weltwirtschaft - extrem konzentriert

Besser

Global diversifizieren: MSCI World oder All-World

2

Zu viele einzelne Fonds mischen

Warum problematisch

3 verschiedene Schweiz-Fonds = trotzdem nicht diversifiziert

Besser

Ein globaler Fonds ist besser als 5 regionale

3

Home Bias (Heimatmarkt-Verzerrung)

Warum problematisch

60% Schweiz, 40% Rest - Schweiz ist übergewichtet

Besser

Max. 30% Schweiz, Rest global

4

Überdiversifikation

Warum problematisch

20 verschiedene Fonds = Kostenexplosion, keine bessere Streuung

Besser

1-3 gut diversifizierte Fonds reichen

5

Nur Tech-Aktien

Warum problematisch

Tech crasht? Portfolio crasht komplett

Besser

Branchen breit streuen

Checkliste: Ist Ihr Vorsorgefonds gut diversifiziert?

Anzahl Einzeltitel prüfen

Mind. 100 Titel, besser 500+

Regionale Streuung checken

Nicht >50% in einer Region

Branchen-Mix ansehen

Nicht >30% in einer Branche

Anlageklassen-Mix prüfen

Aktien UND Obligationen (je nach Risiko)

Bei aktivem Fonds: Konzentration prüfen

Zu wenig Titel = Klumpenrisiko

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Häufige Fragen